Das Konzept: Projizierendes Hören Wüthrichs Werk ist kein klassisches Notat, sondern ein Konzept für imaginäres Hören. Der Titel bezieht sich nicht auf das Tier, sondern auf die Gehörschnecke (Cochlea) im menschlichen Ohr. Das zentrale Element ist das „projizierende Hören“: Die Erkenntnis, dass das Ohr nicht nur passiv Schall empfängt, sondern dass das Gehirn über zentrifugale Nervenbahnen Impulse zurück zum Ohr…
Schlagwort: Hören
C. G. Jung: Lärm als Kompensation der Angst
In einem Brief aus dem Jahr 1957 antwortet der Tiefenpsychologe C. G. Jung auf eine Anfrage von Prof. Karl Oftinger, dem Gründer der „Liga gegen den Lärm“. Jung analysiert darin den modernen Lärm nicht nur als akustische Störung, sondern als ein tiefenpsychologisches Symptom unserer Kultur. Hintergrund Prof. Oftinger hatte Jung gebeten, einen Artikel über das Problem des Lärms zu…
Zitat: Triebfedern des Herzens: Das Gehör als edelster Sinn
Die Natur hat eine ganz unmittelbare Verbindung zwischen dem Gehör und dem Herzen gestiftet; jede Leidenschaft kündiget sich durch eigene Töne an, und eben diese Töne erweken in dem Herzen dessen, der sie vernihmt, die leidenschaftliche Empfindung, aus welcher sie entstanden sind. Aber das Gehör kann durch unharmonische Töne so sehr wiedrig angegriffen werden, daß…
Horchen an einer Quelle
„Anfangs, als ich hinkam, war meine innere Energie noch oberflächlich und meinGeist unruhig, so dass das Ohr noch gar nicht in die Quelle einzudringen vermochte.Das Rauschen der Blätter in den Bäumen und das Vogelgezwitscher im Tal,all das mischte sich noch störend darunter. Gegen Sonnenuntergang aber ließ ichmich dort zur Ruhe nieder, wandte Schauen und Horchen nach innen, bis in mir…