In meiner kompositorischen Arbeit verstehe ich Musik nicht als ein bloßes Arrangement von Tönen, sondern als ein energetisches System, das den universellen Gesetzmäßigkeiten der Transformation folgt. Mein theoretischer Ansatz wurzelt tief in der chinesischen Naturphilosophie, insbesondere im Modell der Wandlungsphasen, den Wu Xing. Dabei ist es mir ein zentrales Anliegen, mich von jeglichem „Orientalismus“ oder…
Musik als Werden und Vergehen
Wenn ich mir die Frage stelle, warum ich mich für Musik als Beruf entschieden habe, kann ich diese nicht wirklich beantworten. Was ausschlaggebend war, der entscheidende Moment, ob es die Faszination am Klang selber oder das Gefühl beim Klavierspiel war, kann ich kaum im Rückblick verlässlich sagen. Besser beantworten kann ich die Frage, warum ich…
Klänge, für die es Wörter geben müsste
Dem großartigen Douglas Adams verdanken wir nicht nur „Per Anhalter durch die Galaxis“ und den jährlich stattfindenden Handtuch-Tag. Er machte sich zusammen mit John Lloyd auch Gedanken darüber, für welche Dinge es keine Namen gibt, aber geben sollte. Das Ergebnis war das Buch „The Meaning of Liff“, bzw. die später erweiterte Version „The Deeper Meaning…
Liä Dsi (Liezi): Musikverständnis
Be Ya war ein guter Zitherspieler. Dschung Dsï Ki war ein guter Zuhörer. Wenn Be Ya die Zither schlug und die Ersteigung eines hohen Berges im Sinne hatte, so sprach Dschung Dsï Ki: »Wundervoll, so steil und kühn, wie der Große Berg!« Hatte er fließendes Wasser im Sinne, so sprach Dschung Dsï Ki: »Vortrefflich, so…
Nietzsche: Das Ohr als Organ der Furcht
[1174] Nacht und Musik. – Das Ohr, das Organ der Furcht, hat sich nur in der Nacht und in der Halbnacht dunkler Wälder und Höhlen so reich entwickeln können, wie es sich entwickelt hat, gemäß der Lebensweise[1174] des furchtsamen, das heißt des allerlängsten menschlichen Zeitalters, welches es gegeben hat: im Hellen ist das Ohr weniger nötig. Daher…