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Blüten als Ohren: Schnellere Nektarproduktion durch Bestäuber-Geräusche

Posted on April 3, 2026 by admin

Eine Studie von Veits et al. (2019) untersucht, ob Pflanzen auf die Geräusche ihrer Bestäuber reagieren können. Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

Die zentrale Entdeckung

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Blüten der Gestreiften Nachtkerze (Oenothera drummondii) innerhalb von nur drei Minuten die Zuckerzentration in ihrem Nektar erhöhen, wenn sie den Schall von fliegenden Bienen oder ähnliche synthetische Klänge wahrnehmen.

Der Mechanismus: Die Blüte als „Ohr“

  • Vibration: Die Blütenblätter fungieren als eine Art Gehörorgan. Sie vibrieren mechanisch, wenn sie Schallwellen in der Frequenz von Bestäuber-Flügelschlägen ausgesetzt sind.
  • Resonanz: Die Form der Blüte ist entscheidend. Sie ist so beschaffen, dass sie spezifisch auf die Frequenzen von Bienen und Nachtfaltern reagiert, während höherfrequente Töne oder Windgeräusche weitgehend ignoriert bzw. gefiltert werden.
  • Schutz vor Fehlalarmen: Wurden die Blüten mit Glasglocken abgeschirmt, blieb die Reaktion aus, was bestätigt, dass die Blüte selbst (und nicht etwa Stängel oder Blätter) für den Empfang des Schalls zuständig ist.

Ökologische Bedeutung

Die Pflanze investiert wertvolle Ressourcen (Zucker) nur dann in den Nektar, wenn ein Bestäuber tatsächlich in der Nähe ist. Dies bietet mehrere Vorteile:

  • Effizienz: Die Pflanze vermeidet es, dauerhaft teuren, hochwertigen Nektar zu produzieren, der durch Mikroben abgebaut oder von „Nektardieben“ gestohlen werden könnte.
  • Bestäuber-Bindung: Ein süßerer Nektar erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Insekt länger verweilt oder weitere Blüten derselben Art besucht, was die Bestäubungseffizienz steigert.

Fazit und Ausblick

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Pflanzen sehr viel sensibler auf ihre Umwelt reagieren, als man früher dachte. Die Autoren werfen zudem die Frage auf, ob auch anthropogener Lärm (vom Menschen verursachter Krach) dieses empfindliche System stören und die Kommunikation zwischen Pflanzen und Tieren beeinflussen könnte.

Link zur Original-Studie:

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ele.13331

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