Ein Artikel des New York Times-Wissenschaftsressorts „Trilobites“ beschreibt eine Studie von Biologen der Universität Tel Aviv. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:
- Pflanzliche Geräusche: Stressed-out Pflanzen (untersucht wurden vor allem Tomaten und Tabak) geben hochfrequente Klick- oder Pop-Geräusche von sich, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
- Ursache der Töne: Die Forscher vermuten, dass die Geräusche durch Kavitation entstehen – winzige Luftblasen im Gefäßsystem der Pflanze, die platzen und kleine Schockwellen aussenden.
- Spezifische „Beschwerden“: Die Pflanzen geben nicht irgendwelche Töne von sich. Ein Machine-Learning-Algorithmus konnte mit einer Genauigkeit von 70 % unterscheiden, ob eine Pflanze durstig war oder ob ihr Stängel abgeschnitten wurde.
- Reichweite und Empfänger: Die Geräusche sind bis zu einer Entfernung von etwa 5 Metern (16 Fuß) wahrnehmbar. Während Menschen sie nicht hören können, liegen sie im Hörbereich von Tieren wie Mäusen oder Motten.
- Reaktion: Frühere Forschungen desselben Teams zeigten bereits, dass Blumen ihren Nektar versüßen, wenn sie das Summen von Bestäubern registrieren. Nun steht die Frage im Raum, ob auch Nachbarpflanzen auf diese „Notrufe“ reagieren.
Die Originalstudie
Die im Artikel erwähnte Studie wurde am 30. März 2023 im Fachmagazin Cell veröffentlicht.
- Titel: Sounds emitted by plants under stress
- Autoren: Itzhak Khait, Ohad Lewin-Epstein, Raz Sharon, Nir Sade, Yossi Yovel, Lilach Hadany et al.
- Link zur Studie: https://doi.org/10.1016/j.cell.2023.03.009