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Konzertpublika – Hans Neuhoff

Posted on April 3, 2026 by admin

1. Kernaspekte und Methodik

  • Soziales Ereignis: Konzerte werden als soziale Akte definiert, bei denen das Publikum durch eine gemeinsame Wahlhandlung eine „Selbstselektion“ vornimmt.
  • Methodik: Die Studie basiert primär auf einer Untersuchung von 20 Berliner Publika aus dem Jahr 2000. Mittels Faktorenanalyse wurden diese in einem zweidimensionalen Koordinatensystem (dem „Konzertbesuchsraum“) verortet.
  • Zentrale Variablen: Untersucht wurden soziodemografische Daten (Bildung, Alter, Beruf) sowie psychografische Merkmale wie Lebensziele, Mentalität und Musikgeschmack.

2. Der „Konzertbesuchsraum“ (Die vier Quadranten)

Die Publika lassen sich in vier Hauptbereiche unterteilen:

  • Klassik-Quadrant: Sehr homogenes Publikum mit hoher Ähnlichkeit untereinander.
  • Jazz-Quadrant: Bildet eine eigene Gruppe, die historisch eine starke Affinität zu Unkonventionalität und Distinktion aufweist.
  • Rock/Pop/Dance-Quadrant: Weist die größte soziokulturelle Vielfalt und Streuung auf.
  • Volksmusik-Quadrant: Hierzu zählen auch Schlager und Musicals, wobei das Musical-Publikum eine Brückenfunktion einnimmt.

3. Profile der wichtigsten Genres

GenreAltersstrukturBildungsniveauMerkmale / Mentalität
Klassik / OperEher alt (Ø 50 J.), Peak bei 60 J. Extrem hoch (über 80% Abitur) Anspruchsvoll, kontemplativ, wertschätzt Ordnung und Tradition.
Neue MusikJüngeres Gefälle als Klassik Sehr hoch gebunden Überwiegend männlich; Neigung zu unkonventionellen Ausdrucksformen.
JazzKontinuierliche Alterung (Mitte 30 bis Mitte 40) Fast so hoch wie Klassik Sehr pluraler Geschmack; Ablehnung von Ordnungszwängen.
Rock / PopTendenziell am jüngsten Stark variierend (REM hoch, Modern Talking niedrig) Musik als Teil des Alltags; Ablehnung von Kleidungsnormen.
Dance (Techno/House)Sehr jung, geringe Streuung Oft sehr hoch (z.B. WMF-Club) Physische Stimulation, Eskapismus, narzisstische Komponente (Aussehen).
Schlager / VolksmusikÄltestes Publikum (Ø 56 J.) Eher niedrig (viele Hauptschulabschlüsse) Hohe Konformität, Sicherheitsbedürfnis, Ablehnung „anspruchsvoller“ Musik.

4. Übergreifende Befunde

  • Bildung als Hauptfaktor: Der Besuch von Konzerten (auch populärer Musik) ist primär ein Phänomen des oberen Bildungssegments.
  • Geschlechterverteilung: Frauen dominieren in der Klassik (ca. 60%) und im Schlager, während Männer bei Neuer Musik, Metal und Techno überrepräsentiert sind.
  • Mikrosoziale Struktur: Hochkulturelle Publika (Klassik, Jazz) haben signifikant höhere Anteile an Ledigen und Kinderlosen im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt.
  • Zukunft der Klassik: Ein dramatischer Einbruch wird erst ab ca. 2030 erwartet, wenn die geburtenstarken Jahrgänge („Babyboomer“) aus dem Konzertbesuchsalter ausscheiden.

Hans Neuhoff: Konzertpublika – Sozialstruktur, Mentalitäten, Geschmacksprofile (PDF)

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