„If any difference be, it is in that Music speaks so transcendently, and communicates its notions so intelligibly to the internal, intellectual and incomprehensible Faculties of the Soul, so far beyond all language of words…. Those Influences that come along with it, may aptly be compared to Emanations, Communications or Distillations of some sweet and heavenly…
Hans Wüthrich: Die singende Schnecke (1979)
Das Konzept: Projizierendes Hören Wüthrichs Werk ist kein klassisches Notat, sondern ein Konzept für imaginäres Hören. Der Titel bezieht sich nicht auf das Tier, sondern auf die Gehörschnecke (Cochlea) im menschlichen Ohr. Das zentrale Element ist das „projizierende Hören“: Die Erkenntnis, dass das Ohr nicht nur passiv Schall empfängt, sondern dass das Gehirn über zentrifugale Nervenbahnen Impulse zurück zum Ohr…
C. G. Jung: Lärm als Kompensation der Angst
In einem Brief aus dem Jahr 1957 antwortet der Tiefenpsychologe C. G. Jung auf eine Anfrage von Prof. Karl Oftinger, dem Gründer der „Liga gegen den Lärm“. Jung analysiert darin den modernen Lärm nicht nur als akustische Störung, sondern als ein tiefenpsychologisches Symptom unserer Kultur. Hintergrund Prof. Oftinger hatte Jung gebeten, einen Artikel über das Problem des Lärms zu…
Adorno: Die Typologie musikalischen Verhaltens
In seinen Vorlesungen zur Einleitung in die Musiksoziologie (1961/62) entwirft Theodor W. Adorno eine Typologie des musikalischen Hörens. Er betont dabei, dass diese Typen „idealtypisch“ zu verstehen sind und in der Realität selten „chemisch rein“ vorkommen. Das entscheidende Kriterium für seine Einteilung ist die Angemessenheit des Hörens an die objektive Struktur des Kunstwerks. Hier ist eine Zusammenfassung der von ihm beschriebenen…
Drei Haiku
1. Matsuo Bashō Original: 古池や蛙飛び込む水の音 2. Uejima Onitsura Original: 静かさや岩にしみ入る蝉の声 3. Yosa Buson Original: 釣鐘にとまりて眠る胡蝶かな
Zitat: Triebfedern des Herzens: Das Gehör als edelster Sinn
Die Natur hat eine ganz unmittelbare Verbindung zwischen dem Gehör und dem Herzen gestiftet; jede Leidenschaft kündiget sich durch eigene Töne an, und eben diese Töne erweken in dem Herzen dessen, der sie vernihmt, die leidenschaftliche Empfindung, aus welcher sie entstanden sind. Aber das Gehör kann durch unharmonische Töne so sehr wiedrig angegriffen werden, daß…
Hilmer: Schallnachahmung, Wortschöpfung und Bedeutungswandel (1914)
Das Werk „Schallnachahmung, Wortschöpfung und Bedeutungswandel“ (1914) von Hans Hilmer ist ein faszinierender, wenn auch heute eher randständiger Beitrag zur Sprachwissenschaft. Hilmer vertrat die These, dass ein Großteil unseres Wortschatzes nicht durch abstrakte Konvention, sondern durch die Nachahmung von Naturklängen entstanden ist – die sogenannte Onomatopoesie (Lautmalerei). Hier sind markante Beispiele und Ansätze aus seinem Denken, um zu verdeutlichen,…
Walt Whitman: Song of myself
Now I will do nothing but listen,To accrue what I hear into this song, to let sounds contribute towardit.I hear bravuras of birds, bustle of growing wheat, gossip of flames,clack of sticks cooking my meals,I hear the sound I love, the sound of the human voice,I hear all sounds running together, combined, fused or following,Sounds…
Horchen an einer Quelle
„Anfangs, als ich hinkam, war meine innere Energie noch oberflächlich und meinGeist unruhig, so dass das Ohr noch gar nicht in die Quelle einzudringen vermochte.Das Rauschen der Blätter in den Bäumen und das Vogelgezwitscher im Tal,all das mischte sich noch störend darunter. Gegen Sonnenuntergang aber ließ ichmich dort zur Ruhe nieder, wandte Schauen und Horchen nach innen, bis in mir…
Konzept „Musik hörend verstehen“
2017 habe ich dieses Konzept entworfen, das ich seither immer wieder in Kursen erprobe. Ich stelle es hier in seiner ursprünglichen Form ein, auch wenn es sich mittlerweile teilweise verändert/erweitert hat. MUSIK HÖREND VERSTEHEN EIN KONZEPT Der gängige Weg, ein Verständnis für Musik zu entwickeln, führt in der Regel auch heute noch über den akademisch…